Seit mehr als tausend Jahren ist Bolsena eine Etappe der Via Francigena.
Auch heute noch führt der Weg von der Stadt in Richtung Montefiascone durch eine Landschaft, die sich ständig verändert und dennoch immer eng mit dem Becken des Bolsenasees verbunden bleibt. Auf den offeneren Abschnitten fällt der Blick immer wieder auf das Wasser und an manchen Stellen auch auf die Silhouetten der Inseln Bisentina und Martana.
Dann wird die Landschaft enger, das Grün nimmt immer mehr Raum ein und der Weg führt in eines der interessantesten Gebiete der Region: den Archäologischen Naturpark Turona. Hier verändert sich auch die Art, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen.


Der See und die Inseln entlang des Weges
Nachdem man den Ortskern hinter sich gelassen hat, führt der Weg durch Olivenhaine, Felder und grüne Landschaften und bleibt dabei stets eng mit dem Bolsenasee verbunden. An den offeneren Stellen eröffnen sich immer wieder Panoramablicke auf das Wasser; auf einigen Abschnitten sind auch die beiden Inseln Bisentina und Martana zu sehen.
Die Landschaft verändert sich ständig: Der See erscheint zwischen den Hügeln, verschwindet hinter der Vegetation und öffnet sich dann erneut vor den Augen. Anschließend wird der Weg geschützter und stiller. Das Blau des Sees trifft auf das Grün des Archäologischen Naturparks Turona.
Vom Panorama zum Rauschen des Wassers
In Turona wird man nicht mehr nur vom Blick geleitet, sondern auch vom Rauschen des Wassers. Der Weg beginnt im Bereich der Kapelle Madonna di Turona und führt in den Wald hinein, wobei er ein Stück weit dem Lauf des Fosso Arlena folgt.
Entlang des Weges begegnet man kleinen Wasserfällen, schattigen Ausblicken und leichten Höhenunterschieden, bis man die höher gelegenen Bereiche des Parks erreicht.

Ein Ort zum Erleben, nicht nur zum Durchqueren
Turona ist nicht nur eine Etappe der Via Francigena. Der Park kann auch zum Ziel für einen Spaziergang im Grünen, einige Stunden auf den Wanderwegen oder eine einfache Rast in der Natur werden. Im Park gibt es Picknick- und Rastplätze, an denen man sich entspannen oder stärken kann, bevor man den Weg fortsetzt.
Entlang der Strecke vermitteln außerdem einige Informationstafeln Wissenswertes über das, was man während des Spaziergangs entdeckt. Sie erläutern die archäologischen und naturkundlichen Besonderheiten des Parks sowie seine enge Verbindung zum Wasser.

Auf dem Weg zum Bucine
Folgt man dem Netz aus Wegen und Wasserläufen, gelangt man in das Gebiet des Bucine. Hier wird die Landschaft noch geschützter und stiller.
Eine kleine Brücke führt über die Furt. Im Wasser bilden sich kleine Becken, in denen sich die Bäume und das durch die Vegetation fallende Licht spiegeln.
Schon nach wenigen Minuten des Innehaltens bemerkt man, wie viel Bewegung selbst in einem scheinbar unbewegten Ausschnitt der Landschaft steckt.
Kleine Lebewesen im Wasser, Spiegelungen und Blätter, die von der Strömung fortgetragen werden: fast wie ein von der Natur geschaffenes Gemälde.

Die Mühle von Bucine
Die Mühle von Bucine ist eines der historischen Zeugnisse für die Nutzung des Wassers in diesem Gebiet. Die nahe den Quellen gelegene Mühle war bis in die 1960er-Jahre in Betrieb. Heute beeindruckt vor allem das Zusammenspiel zwischen dem kleinen Gebäude und seiner Umgebung.
Stein, Wasser und Vegetation scheinen inzwischen Teil derselben Landschaft zu sein.
Doch die Mühle erinnert daran, dass diese Umgebung, die wir heute als Naturraum wahrnehmen, lange Zeit auch ein Ort der Arbeit war.
Das Wasser war nicht nur etwas, das man betrachten oder hören konnte. Es war eine Energiequelle, deren Kraft genutzt wurde, um die Mühlsteine anzutreiben und die Erzeugnisse des Landes zu verarbeiten.
Auch der Weg bewahrt in seinem Namen die Verbindung zum Wasser. Dieses Gebiet ist entlang der Route als Guado del Bucine ausgewiesen, eine Furt an der Via Francigena zwischen dem Gebiet von Bolsena und dem Weg nach Montefiascone.
Dieser einfache Name erinnert daran, dass dort, wo wir heute entlanggehen, einst Pilger, Arbeiter und Bewohner der Umgebung unterwegs waren.
Einfach innehalten und zuhören
Die Mühle von Bucine musste nicht erst in ein großes Denkmal verwandelt werden, um zu einem interessanten Ort zu werden.
Ihr Wert liegt in ihrer Umgebung: in der kleinen Brücke über die Furt und im Wasser, das durch den Wald fließt.
In den Wasserbecken, in denen sich die Bäume spiegeln. Im Grün, das bis fast an den Wasserlauf heranreicht.
Und in jenem besonderen Gefühl, das sich einstellt, wenn man für einige Minuten wirklich nichts anderes tun muss, als innezuhalten, zu beobachten und zuzuhören.

Vom weiten Panorama des Bolsenasees und seiner Inseln gelangt man innerhalb weniger Kilometer in diese kleine Welt aus Wasser und Wald.
Zwei völlig unterschiedliche Perspektiven – und doch Teil desselben Weges.
Eine weitere Möglichkeit, Bolsena Schritt für Schritt zu entdecken. Erleben Sie es selbst.














