Ab September und während des gesamten Herbstes bleibt der Bolsenasee das Zentrum der Landschaft, kann aber zugleich zum Ausgangspunkt werden, um die Umgebung zu erkunden.
Einem Wanderweg folgen, einen Abschnitt der Via Francigena zurücklegen, auf die Hügel steigen, das Grün des Archäologischen Naturparks Turona erkunden oder einfach am Seeufer entlangspazieren: All das eröffnet eine andere, faszinierende Seite von Bolsena.
Dafür muss man nicht unbedingt Pilger oder erfahrener Wanderer sein.
Die Umgebung bietet lange Wanderwege und kurze Spaziergänge, naturnahe Routen, spirituelle Wege und die Möglichkeit, die Landschaft auch mit dem Fahrrad zu erkunden.
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Die Via Francigena: Bolsena an einem jahrtausendealten Pilgerweg
Der bekannteste Weg ist natürlich die Via Francigena.
Bolsena wird bereits im Reiseverzeichnis Sigerichs von Canterbury aus dem Jahr 990 unter dem Namen Sca Cristina erwähnt.
Heute liegt die Stadt zwischen der aus Acquapendente kommenden Etappe und dem Abschnitt, der in Richtung Montefiascone weiterführt.
Von Norden kommend eröffnet der Weg im Gebiet von San Lorenzo Nuovo den ersten weiten Blick auf das Becken des Bolsenasees.
Beim Aufbruch aus der Stadt begleitet der See den Weg weiterhin zwischen Hügeln, Olivenhainen und weiten Panoramablicken.
Gerade entlang dieses zweiten Abschnitts gelangt man zum Archäologischen Naturpark Turona mit seinen Wäldern, Quellen, Wasserläufen, kleinen Wasserfällen und archäologischen Zeugnissen.
Für Besucher von Bolsena ist dies eine weitere Möglichkeit zu verstehen, dass die Geschichte der Stadt nicht nur in ihren Bauwerken bewahrt wird: Sie setzt sich auch entlang der Wege fort, die von hier ausgehen.
Von Orvieto über Bolsena nach Civita
Eine vollkommen andere Route ist der Weg des unerschrockenen Larth.
Die etwa 58 Kilometer lange Strecke ist in drei Etappen unterteilt und verbindet Orvieto, Bolsena und Civita di Bagnoregio miteinander.
Der Name erinnert an den etruskischen Krieger Larth Cupures. Die Route verbindet Natur, Archäologie und historisches Kulturerbe und verläuft teilweise auch auf Abschnitten der Via Francigena.
So wird Bolsena nicht nur zu einem Reiseziel, sondern auch zu einem Bindeglied zwischen verschiedenen Regionen – innerhalb einer Route, auf der sich ein Teil der Landschaft zwischen Latium und Umbrien zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden lässt.
Auch die Via Romea Strata führt durch Bolsena
Zu den Wegen in der Region gehört auch die Via Romea Strata, eine bedeutende europäische Pilgerroute nach Rom.
Auf dem örtlichen Abschnitt erreicht der Weg Bolsena von Orvieto aus, führt durch die Altstadt, vorbei an der Basilika Santa Cristina und der Rocca Monaldeschi, und verläuft anschließend weiter in Richtung Montefiascone.
Auch hier sind der Ort und der See nicht einfach nur Sehenswürdigkeiten.
Sie sind Teil eines Netzes historischer Wege, das bis heute begangen wird.
Es muss nicht gleich eine lange Wanderung sein
Bolsena in aller Ruhe zu entdecken bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, alles für eine zwanzig Kilometer lange Etappe in den Rucksack packen zu müssen.
In der Umgebung gibt es auch aussichtsreiche Spazierwege rund um den See, die zwischen ufernahen Abschnitten und Wegen über die Anhöhen wechseln.
Dabei verändern sich die Perspektiven ständig: Schilfgürtel und kleine Strände beim Spaziergang am Wasser; von oben hingegen öffnet sich der Blick über das gesamte Seebecken und auf die Inseln Bisentina und Martana.
Dies ist vielleicht einer der interessantesten Aspekte des Wanderns rund um Bolsena: Der See zeigt sich niemals auf dieselbe Weise.
Von der Seepromenade zum historischen Weg „Le Piagge“
Auch innerhalb des Ortes lässt sich Bolsena zu Fuß entdecken.
Die Alleen Armando Diaz und Luigi Cadorna an der Seepromenade bieten eine ebene Strecke zum Spazierengehen, Joggen und Radfahren – stets in unmittelbarer Nähe zum Wasser.
Beim Aufstieg zur Altstadt verändert sich die Szenerie hingegen vollständig.
Der Historische Weg der Piagge verbindet das Gebiet von San Rocco mit der Rocca Monaldeschi. Er führt über einen der alten gepflasterten Wege der Altstadt und bietet zugleich reizvolle Ausblicke auf den See.
Zwei sehr unterschiedliche Wege, die dennoch nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen: zuerst das Ufer, dann die steinernen Gassen des mittelalterlichen Ortes.
Bolsena mit dem Fahrrad
Wer lieber in die Pedale tritt, kann den Bolsenasee mit dem Fahrrad umrunden.
Die vollständige Route ist etwa 53 Kilometer lang und führt durch verschiedene Orte und Landschaften rund um den See. Dabei wechseln sich Nebenstraßen, unbefestigte Abschnitte und Strecken entlang des Seeufers ab. Gravelbike, Mountainbike und E-Bike sind je nach Erfahrung und gewünschter Fahrweise besonders gut geeignet.
Natürlich muss nicht die gesamte Rundstrecke zurückgelegt werden, um die Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden. Fahrräder können auch problemlos vor Ort gemietet werden.
Auch auf kürzeren Strecken lässt sich die Landschaft zwischen See, Feldern und Hügeln unmittelbar erleben.
Das eigene Tempo wählen!
Es gibt nicht nur eine einzige Art, Bolsena zu erkunden.
Einige Routen erfordern mehrere Stunden und etwas Vorbereitung, für andere braucht man lediglich ein Paar bequeme Schuhe und Lust aufs Wandern oder Radfahren.
Und vielleicht ist genau das der rote Faden für den September: den See weiterhin genießen und dabei gelegentlich den Blickwinkel wechseln.
Das Ufer verlassen. Ein paar Meter hinaufsteigen. In den Wald eintauchen. Einer alten Straße folgen. Und sich dann umdrehen.
Denn sehr oft ist der Bolsenasee noch immer da – mitten im Panorama!














